Vorankündigung Mai/Juni 2017

Allen »SEH-Reisenden« sei kundgetan,
die nächste Sehreise ins Overledinger Land mit abwechslungsreichen Besichtigungsorten.

Das Programm wird demnächst an dieser Stelle bekannt gegeben.
Es erfolgt noch eine individuelle Benachrichtigung.

 siehe auch: TERMINE

 

ANNO – Sehreise am 08. Oktober 2016 nach Bedekaspel und Wiegboldsbur.

Möge dein Dach nie einfallen und mögen die, die darunter wohnen, nie Streit bekommen.
(Segenswunsch aus Irland)

Die Einladung als PDF ansehen/ausdrucken

Einladung    

Liebe Mitglieder und Freunde von ANNO,

wir laden Sie ganz herzlich ein zu unserer

ANNO – Sehreise am 08. Oktober 2016
nach Bedekaspel und Wiegboldsbur.

Wir beginnen unsere Sehreise (nach individueller Anreise) im denkmalgeschützten Dorfkern von Bedekaspel, bestehend aus der Kirche, der Küsterei und Dorfschule, dem Haus Meints und dem Pfarrhaus.
Um 10.00 Uhr wird Herr Joke Schröder uns im Haus Meints mit einem kurzen Filmvortrag begrüßen; danach werden wir das denkmalgeschützte Dorfgemeinschaftshaus besichtigen können - einige ANNO-Mitglieder werden das alte Haus noch als Gaststätte Meints kennen.

Danach besichtigen wir die „Küsterei und Dorfschule“ in Bedekaspel. Margret und Detlef Ottersbach haben das Haus von außen und innen denkmalgerecht saniert, zurückgebaut und hergerichtet. Der Garten wurde liebevoll und sehr fachmännisch als „Schul- und Küstereigarten“ angelegt – mit Imkerei. Für Haus und Garten wurden die ANNO-Mitglieder Margret und Detlev Ottersbach 2014 mit dem ANNO-Preis ausgezeichnet.

Zum Gesamtensemble des alten Dorfkerns gehört die kleine reformierte Backsteinkirche – Margret Ottersbach stellt uns die Kirche mit ihrer langen Geschichte gerne vor.    

Um 12.30 Uhr fahren wir zum gemeinsamen Mittagessen zum Meerwarthaus am Großen Meer. Es gibt ein Büffet mit Fleisch, Gemüse und einer Kartoffelbeilage. Für Vegetarier gibt es eine Fetapfanne, zum Nachtisch ein Dessert. (Essenswunsch bitte bei der Anmeldung mitteilen).

Ab 14.00 Uhr erleben wir eine Führung im Woldenhof in Wiegboldsbur.
Der um 1858 erbaute Woldenhof ist ein denkmalgeschützes "Gulfhaus": Bis 2002 wurde der prächtige Hof vom NABU im Rahmen eines "Arbeiten und Lernen"-Projekts durch Jugendliche ohne Schulabschluss komplett saniert und nach den strengen Auflagen der Denkmalpflege umgebaut. Zur Hofstelle gehören auch eine Obstwiese, ein alter Bauerngarten und einige nahe Flächen für die Tiere des Hofes.

Um 15.00 Uhr erwartet uns eine Führung durch die liebevoll restaurierte Windmühle von Wiegboldsbur – gegenüber vom Woldenhof. Die Mühle ist der Blickfang des Dorfes Wiegboldsbur. Der dreistöckige und voll funktionsfähige Galerieholländer aus dem Jahre 1812 wird heute vom Mühlenverein Wiegboldsbur betreut. Alte landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, wie z.B. Ernte- und Dreschmaschinen werden für Ausstellungszwecke und für den praktischen Einsatz genutzt.
In der Mühle gibt es zum Abschluss Tee, Kaffee und Kuchen und sicherlich nach einem anregenden Tag gute Kontakte mit interessanten Gesprächen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf  25,- Euro/Person.

Wir hoffen, dass wir Ihre Neugier geweckt haben, gemeinsam mit vielen ANNO-Mitgliedern fünf Baudenkmale im schönen Südbrookmerland fachmännisch zu erkunden.

Auf Ihre Anmeldung per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder schriftlich (Die Einladung als PDF ansehen/ausdrucken) freuen wir uns.

Achtung: begrenzte Teilnehmerzahl – 50 – wegen der begrenzten Aufnahmekapazität der einzelnen Baudenkmale.
Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs angenommen.


Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand

Hero Boomgaarden
Vorsitzender

ANNO
Matthias-Claudius-Str. 4
26721 Emden


 

ANNO-Preise

Preisträger 2015

Für das Jahr 2015 gab es zwei Einreichungen. Somit haben der Verein ANNO e.V. und die ANNO-Kulturstiftung leichtes Spiel gehabt bei der Vergabe der auszulobenden Preise. Beide Restaurierungen sind ein weiteres Beispiel für den Erhalt von Baukultur in Verbindung mit zeitgemäßer Nutzung.

Arbeiterhaus Loquard

Eigentümer: Hero Houtrouw
Amtsweg 1
26736 Loquard

Kolonistenhaus Neuwiegboldsbur

Eigentümerin: Anja Hippen
Achterweg 23
26624 Wiegboldsbur

(Die Anschriften beziehen sich auf die Lage der Objekte)

Unter dem Menüpunkt »Der Verein«, »Download« können Sie sich den »Rundbrief09« nach seinem Erscheinen herunterladen.
Dort stellen wir die Projekte ausführlich vor.




ANNO-Preise 2014

Erstmalig für das Jahr 2014 hat der Verein ANNO für seine Mitglieder drei Anerkennungsprämien für gelungene Beispiele im Sinne der Vereinszwecke vergeben.

ANNO-Preis 2015
Dank der Spenden und Zuwendungen des Vereins ANNO ist es der Kulturstiftung ANNO in diesem Jahr ebenfalls möglich, aus den Erträgen eine Förderung für einen vierten Preis in Höhe von 500 Euro zu gewähren. Der Vorstand der Kulturstiftung ANNO möchte mit der Preisverleihung zu weiteren Spenden und Zuwendungen anregen. Wir freuen uns über Anträge im Sinne des Stiftungsgedankens, die eine Förderung ostfriesischer Kultur- und Baudenkmale ermöglichen.
Regularien
Die drei Anerkennungsprämien des Vereins von jeweils 500 Euro werden nur an Vereinsmitglieder vergeben. Der von der Kulturstiftung ANNO ausgelobte Preis in gleicher Höhe ist nicht auf Vereinsmitglieder beschränkt.
Der Abgabetermin für einen Antrag auf Preisvergabe hat bis zum 15. Januar des Folgejahres an ANNO e. V. /Kulturstiftung ANNO, Matthias-Claudius-Straße 4 in Emden zu erfolgen. Erforderlich sind:
• Eine ausführliche Beschreibung des Projekts
• Ergänzung durch Bildmaterial, möglichst in digitaler Form.
Die Vorstände der Institutionen werden nach Abgabeschluß die Bewerbungen sichten, begutachten und Kontakt mit den Antragstellern aufnehmen. Auf der Jahreshauptversammlung des Vereins – in der Regel im März – erfolgt die Bekanntgabe der Preisträger.

Preisträger 2014
Die Entscheidugen über die Einreichungen für das Jahr 2014 fielen dem Vorstand recht leicht. Die unterschiedlichen Werke sind wegen ihrer Form und Ihrer Alleinstellungsmerkmale allemal preiswürdig.
Die Wahl der Vorstandsjury fiel auf folgende Projekte:

Gut Fiekensholt, Thunum
Eigentümer: Christa und Frank Kern
Hauptstraße 53
26427 Stedesdorf/Thunum
Der konsequente Rückbau und die Restaurierung des Gebäudes lässt sich sehr gut an der Schauseite des Gebäudes nachvollziehen. Passend zur ursprünglichen Raumhöhe von über vier Meter waren auch die historischen Fenster angelegt. Eine zwischenzeitliche Umnutzung durch den Einzug einer niedrigen Zwischendecke durchschnitt den oberen Teil des historischen Fensterformats und die damalige Lösung bestand im Einbau von „Panorama-Fenstern“. Die wohlgefällige Ansicht wurde mit Bedacht wieder hergestellt.

 

  

 

 

 

Armenhaus, Groß-Midlum
Eigentümer: Sandra Mehler
Groß-Midlumer Ring 21
26759 Hinte OT Groß Midlum
„Museales Wohnen“ hat nichts mit Verzicht zu tun. Und gleichzeitig ist es gelungen, ein Zeugnis sozialer Verhältnisse unterer Schichten von Seltensheitswert sehr authentisch in die heutige Zeit zu retten. Durch Anwendung historischer Materialien, Handwerkstechniken und deren Vorzüge ist nicht nur der Charakter gewahrt worden – auch Komfortansprüche und Standards heutiger Zeit konnten erfüllt und in Einklang gebracht werden. Umwelt- und ressourcenschonend, gesund und pflegeleicht ist diese Art einer Sanierung darüber hinaus auch noch.

 

 

 

 

 

 

 

 

Küsterei und Dorfschule, Bedekaspel
Eigentümer: Margret und Detlef Ottersbach
Warfsweg 28
26624 Bedekaspel
Küsterei und Dorfschule gehören zum denkmalgeschützten Dorfkern und das Ensemble wird ergänzt durch die Kirche, das Pfarrhaus und das Haus Meints. Der Erhalt und die Wiederherstellung eines bau- und kulturhistorischen Ensembles mit Gartenanlage ist in all seinen Facetten durch die Rückbesinnung auf die ursprünglichen Strukturen verwirklicht: Ein Bauerngarten mit seinen klar gegliederten Strukturen, alter und ergänzter neuer Laub- und Obstbaumbestand harmonieren, Bienenstöcke finden im naturnahen Bereich ihren Platz.

 

 

 

Wohn- und Geschäftshaus, Emden
Eigentümer: Anna und Hajo Boomgaarden
Friedrich-Ebert-Straße 40
26725 Emden
Je älter ein Gebäude ist, desto schwieriger ist die Entscheidung, welcher Epoche bei der Restaurierung der Vorzug gegeben wird. Die Eigentümer haben sich auf andere Weise dem Projekt genähert: Neben der Beseitigung augenscheinlicher Sünden der Neuzeit wurde immens viel Wert auf die Wiederherstellung verschiedenster Details wie Traufgesims mit innenliegender Entwässerung oder die Wiedersichtbarmachung historischer Farbfassungen gelegt. Somit sind Betonsteine auf dem Dach und Kunststofffenster verschwunden, gleichzeitig sichtbar wurden die vielfarbigen Dekorationsmalereien auf Holzverkleidungen aus der mehr als 400-jährigen Hausgeschichte und die für ostfriesischen Steinhäuser typischen Niveauunterschiede wie Upkamer und Kellerkeuken.

 

 

 

 

 


(Die Anschriften beziehen sich auf die Lage der Objekte)
Unter dem Menüpunkt »Der Verein«, »Download« können Sie sich den »Rundbrief08« herunterladen. Dort stellen wir die Projekte ausführlich vor.

 

Scheckübergabe zum Wiederaufbau der grünen Zwillingsmühle in Greetsiel.

Bild oben: Greetsieler Zwillingsmühlen; Quelle: wikipedia.de

Mühlen haben in der Kultur- und Baugeschichte Ostfrieslands seit Jahrhunderten  ihren festen Platz und werden erstmalig 1424 urkundlich erwähnt (Kloster Marienkamp nahe Esens). 1439 wird von einem Mühlenbau in Emden berichtet, 1448 von einer klösterlichen Mühle in Jemgum. In Ostfriesland lassen sich hauptsächlich zwei Typen unterscheiden: die Bock- oder Ständermühle und die Holländermühle, die hier etwa Anfang des achtzehnten Jahrhunderts aufkam. Sie ist wegen ihrer baulichen Vorteile zur typischen Mühle Ostfrieslands geworden.

Auch in Greetsiel hat es diese Entwicklung gegeben. 1706 wurde am Standort der heutigen roten Mühle ein Erdholländer errichtet. Schon 1736 brannte sie bis auf die Grundmauern ab. Die als einstöckiger Galerieholländer wie­der aufgebaute Mühle fiel 1920 den Flammen zum Opfer. 1921 wurde sie dann mit dem ca. 200 Jahre alten Ständerwerk der abgebrochenen Auricher Wallmühle als zweistöckiger Galerie­holländer neu erstellt.

Über einhundert Jahre - von 1844 bis 1950 - gehörte diese Mühle der Familie Müller. Heinrich B. Müller jun. ver­kaufte sie dann im Frühjahr 1950 an Müllermeister Lükko Schoof und dessen Frau Ingrid, die den Betrieb am 1.7.1992 an ihren Sohn Frank übertrugen. Die Mühle ist nach wie vor voll funktionsfähig und es werden Schrot und Mehl mit Wind- und Motorkraft für den Landwarenhandel hergestellt. Im Erdgeschoss der Mühle befindet sich mittlerweile ein Mühlenladen, in dem frisch gemahlenes Mehl, Brote, Vollkornartikel, Teegeschirr und vieles mehr angeboten werden.

 

Auf dem Standort der westlichen (ortsnäheren) roten Mühle stand bereits im Jahre 1613 eine Bockwindmühle, die im Februar 1662 einem Sturm zum Opfer fiel. Der Neubau konnte schon im August desselben Jahres in Betrieb gehen. 1856 ließ der Grimersumer Gutsbesitzer Bussen dort einen zweistöckigen Galerieholländer erbauen, der ab Februar 1857 genutzt wurde. Von 1863 bis 1921 waren die Müller Johann Siemsen und anschließend dessen Sohn Leonard Siemsen Pächter der Bus­senschen Mühle. 1921 kaufte der Müllermeister Gerhard Schoof diese Mühle und betrieb sie gewerblich bis 1964 und zum Eigenbe­darf noch bis 1972. Im Herbst 1972 musste dann der Betrieb eingestellt werden. Ein durch Sturm verur­sachter Flügelbruch legte die Windmühle lahm. 1974 verstarb Gerhard Schoof. Sein Sohn Lükko erbte die Mühle. Auf Grund der großen finanziellen Belastungen durch die Mühlenerhaltung sah er sich 1975 gezwungen, die Mühle an den damaligen Landkreis Norden zu verkaufen. In Zusammenarbeit mit der ebenfalls seit 1975 existierenden "Vereinigung zur Erhaltung der Greetsieler Zwillingsmühlen" konnten 1976 der abgebrochene Flügel repariert und eine Teestube mit Kunstgalerie in den beiden unteren Etagen der Windmühle eingerichtet werden. Im Zuge der Kreisreform wurde 1978 der Landkreis Aurich Eigentümer der Mühle. Der Landkreis wiederum überschrieb sie im Jahre 1990 unentgeltlich an die Greetsieler Mühlenvereinigung. Seitdem unterhält die Mühlenvereinigung erfolgreich diese Mühle.  

Bild oben: Die am 28.10.2013 beschädigte Mühle; Quelle: wikipedia.de

Am 28.10.2013 erlitt die grüne Mühle während des Orkans »Christian« einen schweren Schaden: Kappe, Flügelkreuz und Galerie wurden vom Orkan bei einer Windgeschwindigkeit von 172 km/h von der Mühle gerissen und beschädigten dabei noch den steinernen Achtkant auf Höhe der Galerie. So entstand innerhalb von wenigen Minuten ein Schaden von mehr als 300000 Euro. Er hätte wesentlich höher ausfallen können, wenn die Mühlenflügel nicht aus dem Wind gedreht worden wären und die Mühle in Brand geraten wäre – die komplette Zerstörung wäre die Folge gewesen. Der Mühlenförderverein Greetsiel, der sich aufgrund der hohen Kosten eine Sturmschadenversicherung nicht leisten konnte, hat auf seiner homepage http://www.greetsieler-zwillingsmuehlen.de und http://www.zwillingsmuehlen.de zu Spenden für den Wiederaufbau aufgerufen.

 

Der Verein ANNO hat nach Beratung im Vorstand und auf der Mitgliederversammlung den Beschluss gefasst, den Wiederaufbau der Mühle zu unterstützen und übergab am 4.11.2014 in der Mühle einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro an den Vorstand des Vereins zur Erhaltung der Greetsieler Zwillingsmühlen e.V.


Bild: Scheckübergabe am 4.11.2014 an den Verein zur Erhaltung der Greesieler Zwillingsmühlen e.V.

V.l.n.r.: Volkmar Kayser, Hero-Georg Boomgarden (Vorstand ANNO); Frank Schoof, Jürgen Müller, Vorstand des Vereins zur Erhaltung der Greetsieler Zwillingsmühlen e.V.